GOAT OF MENDES – Hagzussa

Goat Of MendesGOAT OF MENDES aus NRW gibt es bereits seit 1994. In den 23 Jahren hat es bisher für fünf Alben und eine Demo gegeben. Mit „Hagzussa – Riding The Fence“ ist am 31.10.2017 das sechste Album der Band nach sechs Jahren Pause erschienen.

Die Musik der Band lässt sich am besten als eine rauhe Mischung aus verschiedensten Spielarten des Metal beschreiben. Black und Thrash finden hier genauso ihren Platz, wie klassischer Metal, Doom und Folk.

Schlagzeug und Gitarren sorgen für das musikalische Fundament, während der Bass leider meist untergeht. Sänger Surtur sorgt mit rauher Stimme für eine ordentliche Portion Schmutz im Gesamtsound. Die Leadgitarre übertrifft an einigen Stellen sogar den Gesang, in Bezug auf die Lautstärke, so dass sie eine sehr prominente Rolle einnimmt. Zu Recht, könnte man behaupten, denn dort gibt es einige interessante Riffs, Licks und Leads zu entdecken.

Los geht’s mit dem Intro ‚Between Here and Thereafter‘. Es klingt nach Natur und Feuer. Trommeln, weiblicher Gesang, Rabenschreie und Gewitter bilden eine düstere Athmosphäre. ‚Maiden, Mother, Crone‘ startet dann mit einem Riff in hohen Lagen und tritt das Gaspedal ordentlich durch. Durch das Riff fühlte ich mich zum Teil an DRAGONFORCE oder sogar einige Nordmannen mit ihren Humpa-Tavernenliedern erinnert, Surturs Stimme dazu, und ich bin eher bei Wikingern, denn Hexern.

‚The Crow Of War‘ baut zu Beginn gleich eine andere Stimmung auf. Das treibende, gallopierende Riff in der Strophe kündet von sich zügig nähernder Gefahr, die sich im Refrain entlädt, was dann fast schon nach Horror-Hörspiel klingt.

‚Riding The Fence‘, der titelgebende Track der Platte, gibt uns mit seinen Doppelleads eine ordentliche Prise IRON MAIDEN, dazu ein Refrain, der live sicher zum mitsingen einlädt. Was will man mehr? Einen Minuspunkt gibt es hier für das Gitarrenbreak in der Bridge. Ich hab das Gefühl, dass das nicht so klingt, wie es klingen sollte. Schade. Das macht das Stück aber durch den „Hörspiel“-Part kurz vor Ende wieder gut, der mich wieder abholt.

‚Samhain‘ klingt in meinen Ohren dann ein wenig so, als wenn MEGADETH versuchen Folkelemente einzubinden. Eigentlich ’ne ganz spannenden Kombination. Surturs klingt hier auch gleich nochmal ne Spur rotziger, keifender am Mikro. Gefällt mir gut.

‚An Empty Hand‘ startet dann mit einem Drumintro ala ‚Painkiller‘, täuscht mit verspielten Powerchords an, und geht dann in ’nen fiesen Knüppelpart über. Nach einigem fiesen Gekeife sind wir plötzlich in ’nem folkigen Part, in dem man fast schon Flöten und Dudelsack erwartet. Aber keine Sorge… der Spuk ist schnell vorbei und es wird weiter geknüppelt und gekeift. Definitiv der abwechlungsreichste Song.

‚Mabon – Impending Darkness‘ ist der letzte Track der Platte. Regen, cleane, leise Gitarren geben eine Richtung vor. Ein Donnerschlag… und wir marschieren der Dunkelheit entgegen. Definitv der doomigste Track der Platte, und mein persönlicher Favorit. Auf der einen Seite klingt es nach Abschied, gleichzeitig aber auch nach einem neuen Anfang. Ein doofer Vergleich: Erinnert ihr euch an ‚Misty Mountains‘ aus „Der Hobbit“? So ähnlich fühlt sich der Song irgendwie an, nur mit mehr Gitarren. Klasse!

Wie schon in der Einleitung geschrieben, die bunte Mischung aus diversen Stilen prägt das Album, und dennoch klingt es immer nach GOAT OF MENDES, gleich in welche Richtung es auch gehen mag. Gesang und Leadgitarre haben da den meisten Anteil dran. Leider merkt man der Platte an der einen oder anderen Stelle an, dass da noch mehr drin gewesen wäre, gerade in Bezug auf den Sound. Hallfahnen klingen zum Beispiel an manchen Stellen nicht schön aus, sondern werden abrupt weggeschnitten. Aber es ist nun mal auch keine Produktion mit Budget in 6-Stelliger Höhe.

Wer sich zwischen den Stühlen wohlfühlt, wem es egal ist, aus welcher Schublade seine Musik kommt, kann auf jeden Fall mal reinhören. Düstere Stimmung, Natur und Fackelschein sind inklusive. Ein dickes Lob nochmal für das tolle Covermotiv. Es sieht so aus wie die Musik klingt.

Ich freue mich schon darauf die Band Ende März live zu erleben!

Gruß Rocko Flanell

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