Machine Head – Catharsis

CoverLange ist es still gewesen, nicht nur in meinem Blog, sondern auch um MACHINE HEAD. Das letzte Album „Bloodstone & Diamonds“ ist mittlerweile mehr als 3 Jahre her. Vor ein paar Tagen ist nun die zweite Scheibe unter dem Nuclear Blast Banner erschienen, das insgesamt neunte Album der Us-Metaller.

15 neue Songs finden sich auf dem neuen Album mit einer Gesamtlaufzeit von knapp 75 Minuten. Im Schnitt sind die meisten Songs etwa viereinhalb Minuten lang, mit ‚Heavy Lies The Crown‘ gibt es einen langen Track, der es auf fast neun Minuten bringt, sowie zwei weitere Tracks, die die sechs Minuten Marke knacken, wobei ‚Eulogy‘ als letzter Track des Albums, eher einen gewissen Outro-Charakter hat. (…oder ist es doch Doom…?)

Im schnellen Durchlauf fallen wieder etliche Trademarks der Band auf, wie die laute, moderne Produktion, mit einer schweren Gitarrenwand, einem großen Schlagzeug, in Bezug auf die Verteilung im Stereoraum, und der im Mittelpunkt stehenden Stimme von Rob Flynn, den wohl einzigen Sänger, den man an seinem charakteristischen, wütenden Einatmen und Schnauben erkennen kann… Pic 3

Dabei kann er doch auch ganz anders, wie er im balladesken ‚Behind The Mask‘ ganz gut präsentiert, begleitet von Akustikgitarren, leisen Drums und ein paar seichten Synthklängen. Auf Grund des Abwechlungsreichtums der Platte fällt der Track nicht einmal groß als was außergewöhnliches auf, und passt gut ins Konzept. Aber ich greife voraus, also lieber wieder zurück an den Anfang der Platte, und der startet mit ’nem fixen Riff und „Fuck The World“… da weiß man dann schon mal wo man dran ist.

‚Volatile‘ ist ein netter Opener, der gleich zeigt wo es lang geht, in den Strophen auch gut abgeht… und dann kommt der Refrain, und eine wirklich widerliche Melodie irgendwo in den obersten Regionen der Gitarre, man nimmt den Dampf raus, und es bleibt nur noch Düdeldü. Nach dem zweiten Refrain gibt’s erstmal ’nen netten Breakdown, dann wird das Tempo angezogen und ein kleines Solo angehängt. Nix besonderes, und wieder ab in den Düdeldü-Refrain und hin zum Ende.

Der Titeltrack folgt dann gleich an zweiter Stelle. ‚Catharsis‘ beginnt mit spacigen Effekten, die sich langsam aufbauen. Einsatz Gitarren, Harmonien dazu, und dann klingt’s wie Machine Head… bis dann die Unterbrechung durch eine erneute Space-Sequenz folgt. Dann wieder Riff und Harmonien. Ziemlich kitschig das ganze. Ich weiß nicht. Achja, natürlich auch hier wieder ein Breakdown-Part, wo Robby wieder ganz böse schnaufen darf. Der Song ist nicht meine Baustelle.

Track Nummer drei, ‚Beyond The Pale‘ kommt schön stampfend daher, und erinnert ein wenig an PANTERAs ‚Walk‘. Schade allerdings, dass der stark verzerrte Sound die Gitarrenarbeit völlig verwäscht und das Riff sich wie unruhiger Fuß am Wah anhört und man die eigentliche Fingerarbeit nicht mehr wahrnimmt. Dazu dann noch eine langweilige Düdeldü-Bridge in hohen Lagen die zum Refrain führt. Das Solo kann mich auch nicht wirklich mitreißen, schöne Harmonien, joa, aber sonst…?

‚California Bleeding‘ unterhält mit interessanten Drums und einem gewissen Road-Trip Feeling. Keine Ahnung, bei dem Song hab ich Lust ins Auto zu steigen und Gas zu geben. Es gibt einen Part der nur aus Bass und Schlagzeug besteht, auch schön. Twin-Lead Solo… und dann ein Breakdown, auch wenn es nur ein kurzer ist, aber wieso das denn?

Pic 1‚Triple Beam‘ kommt mit heavy Riff daher, was im ersten Moment ganz gut rüberkommt, auf Dauer dann aber auch auf’n Keks geht. In dem Track wird viel Platz für die Story, den Text gelassen. Es wird auch mehr erzählt wie gesungen, dieser Sprechgesang ist auch nicht meins. Was ich dem Song aber lassen muss ist der gute Aufbau, der sich immer weiter in seiner Intensität steigert, zusammenhängend mit dem Text. Hier passt der Breakdown, da er hin zum ruhigen Moment vor der Klimax führt. Erzählerisch gut gemacht.

‚Kaleidoscope‘ klingt zu Beginn nach Cheerleadern, und bekommt dann ein gewisses Folk-Punk Flair. Der Track gefällt mir ganz gut, da man nie so wirklich das Gefühl hat zu wissen was kommt. Abwechlungsreich, spacig, dazu von der Stimmfarbe zum Teil mal was ganz anderes wie man es sonst von Mr. Flynn gewohnt ist. Klar, er schnaubt auch wieder angepisst vor sich hin, aber trotzdem.

Das gerade schon angedeutete Folk-Punk-Flair findet in ‚Bastards‘ dann volle Bestätigung. Akustikgitarre, die fluffige Melodie im Hintergrund, auch die Art wie gesungen wird. Irgendwie macht das Teil Laune. Ich hab beim Hören die ganze Zeit Angst, dass sie es verkacken und es in den typischen Sound abdriftet, inklusive Breakdown, stattdessen ziehen sie es voll durch, entwickeln ein pfiffiges Spiel zwischen E- und Akustikgitarre, und haben so ihren eigenen, dreckigen, Folk-Punk-Protestsong. Hier haben sie alles richtig gemacht. Geiles Teil! (und es klingt die meiste Zeit überhaupt nicht nach Machine Head)

In ‚Hope Begets Hope‘ gibt’s ne Cowbell zu hören. Mehr muss man über den Song dann aber auch nicht wissen. Der gibt mir ansonsten nix, da sonst nix besonderes. passiert Hat man alles irgendwo/-wie schon gehört, und ist der, in meinen Augen typischste Machine Head Song.

‚Screaming At The Sun‘ lässt mich mit seinem Chor irgendwie an Pyramiden und Ägypten denken. Keine Ahnung ob das Absicht ist, aber das schoss mir, zusammen mit dem „Sun“ aus dem Titel direkt in den Kopf. Auch der etwas leiernde Gesang passt da zu. Was mir nicht so taugt ist das moderne, abgehackte Riffing. Da bin ich nicht so der Freund von.

Zu ‚Behind The Mask‘ hatte ich mich weiter oben schon geäußert. Brauchbare Akustikballade. Kann man mal so stehen lassen, nimmt im Albenzusammenhang das Tempo raus, und ebnet den Weg für den folgenden Track, der dann auch mein Favorit ist:

‚Heavy Lies The Crown‘ ist ein toller, cineastischer Track geworden, der mich von seiner Stimmung her sofort an Tim Burton denken lässt. Windrauschen und Klavierakkorde leiten den Track ein, zusammen mit einer gezupften Geige. Dann kommen weitere Streicher dazu, ich glaube auch einen Bach (also Wasser) oder sowas zu hören. Ich steh auf sowas, wenn ich sofort Bilder, Szenen und Figuren im Kopf habe. Das haben die Jungs, bzw. der Produzent richtig toll hinbekommen. Man nutzt die Zeit des Tracks sich immer weiter zu steigern, immer mehr Instrumente hinzuzufügen, und immer schneller und heftiger zu werden. Als dann zum Höhepunkt das Solo anklopft, bricht man es relativ abrupt wieder ab, um wieder zurück zu den ruhigen Klängen zu kommen. Hier noch ein paar Sekunden länger, und ich hätte gar nix zu meckern gehabt an dem Song. (…und wer böse ist, könnt dem Song vorwerfen, dass er so auch fast auf Nightwishs „Imaginaerum“ drauf gekonnt hätte…)

‚Psychotic‘ ist ein netter Kopfschüttler, Fußwipper, Zehenwackler, je nach Gemüt. Gibt ein paar nette, trickige Breaks und abwechslungsreiche Parts. Allerdings leidet da hin und wieder der Fluss ein wenig wenn man nicht aufpasst. Für Fortgeschrittene Kopfschüttler, Fußwipper, Zehenwackler. Oder ist es gar ein durchgehender Breakdown? 😉

‚Grind You Down‘ sticht vorallem durch seinen Refrain raus. Der Wechsel der Tonhöhe und -lage ist sehr gewöhnungsbedürftig und klingt im ersten Moment sogar richtig schief. Achja…Breakdowns, gibt es hier selbstredend auch wieder.

Pic 2‚Razorblade Smile‘ klingt dann so, wie wenn jeder sich einen Lieblingspart aus einem Song raussuchen durfte, und man es zu einem verwurstet. Los geht’s mit einem Drumintro ala ‚Painkiller‘. Das Riff selbst, sowie der Aufbau mit Parts nur aus Gesang und Drum klingt dann nach z.B. ‚Fuel‘ Versteht mich nicht falsch, das Ding macht sich gut direkt nach ‚California Bleeding‘ auf’m Auto-Mix. Wo es mir dann aber zu bunt wird sind die Parts, die EINDEUTIG auf Publikumsinteratkionen während eines Live-Konzerts aus sind. Das es nicht schon auf der Plate heißt: „Raise your F… Fists“ und „Hey! Hey! Hey!“ ist echt alles…

‚Eulogy‘ ist, wie bereits erwähnt, mehr ein gesungenes, doomiges Outro, wie tatsächlich ein richtiger Song. Schwer zu beschreiben. Der total verzerrte, Sound macht es nur schwer zu hören. Es klingt eher wie eine Tonbandaufnahme zum Abschied oder sowas. Jedenfalls schwer athmosphärisch das Teil.

Insgesamt ein, wie bereits gesagt, buntes, abwechslungsreiches Werk. Leider trifft die Band dabei nicht immer meinen Geschmack. Zumindest ‚Bastards‘ und ‚Heavy Lies The Crown‘ würden es in eine Playlist schaffen, mit Abstrichen auch noch ‚California Bleeding‘, ‚Kaleidoscope‘ und ‚Razorblade Smiles‘. ‚Behind A Mask‘ auf die Liste für Akustik-Tracks. Im Grunde also keine mal allzu schlechte Ausbeute. Hab ich mehr erwartet? Vielleicht… Der richtige Oberknaller fehlt mir am Ende dann doch, und es hätten ein paar Breaksdowns weniger sein können.

In diesem Sinne:

Hey!Hey!Hey! Rocko Flanell

 

 

 

 

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